Was ist das Zwillingstransfusionssyndrom?

Das Zwillingstransfusionssyndrom, auch Fetofetales Transfusionssyndrom (FFTS) genannt, ist ein seltenes Krankheitsbild, dass bei ungefähr einer von 1500 Schwangerschaften auftritt. Es betrifft 15 Prozent aller monochorialen Zwillingspaare, das sind Zwillingsschwangerschaften bei denen sich die beiden Feten im Mutterleib einen Mutterkuchen (Plazenta) teilen. Zwillingsschwangerschaften, bei denen sich die Kinder einen Mutterkuchen teilen, sind immer eineiig.

Das Problem bei der Erkrankung liegt darin, dass zwischen den beiden Feten Gefäßverbindungen bestehen. Wenn der Blutfluss in diesen Gefäßverbindungen ungleichmäßig ist, ist ein Fetus schlechter mit Blut versorgt und der andere erhält zu viel Blut.

Dadurch können beide Feten geschädigt werden. Der Fetus, der sein Blut an den anderen Feten abgibt (Donator genannt) ist schlechter mit Blut versorgt, so dass er nicht richtig wächst und sich nicht richtig entwickeln kann. Außerdem sind seine Nieren schlecht durchblutet, er produziert nicht genug Fruchtwasser. Der Fetus, der das Blut vom anderen erhält (Akzeptor genannt), hat Schwierigkeiten das viele Blut zu pumpen, sein Herz kann belastet werden. Er produziert viel zu viel Fruchtwasser. Dadurch kann seine Fruchtblase früh platzen, was dann zur Frühgeburt führen kann. Beide Feten haben ein hohes Risiko für neurologische Schäden. Wenn das FFTS nicht behandelt wird, liegt das Risiko, dass beide Kinder noch im Mutterleib sterben bei ungefähr neunzig Prozent.

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen man das FFTS behandeln kann. Mittlerweile hat sich die Laserbehandlung durchgesetzt. Dabei wird in einer lokalen Betäubung in die Gebärmutter der betroffenen Schwangeren, über zwei kleine Schnitte, eine Kamera und ein Laser eingeführt. Mit diesem Laser können nun die Gefäßverbindungen verödet werden, die die ungleichmäßigen Blutflüsse verursachen. Es ist dabei schwierig, die richtigen Gefäße zu finden. Dadurch, dass man mit Geräten in die Fruchthöhle eintritt, besteht das Risiko einer Infektion oder die Gefahr einen Riss der Fruchthöhle zu verursachen. Dennoch gelingt es dadurch ungefähr 70% aller Kinder, die an einem FFTS leiden, zu retten.

(c) Dr. Pauline Volz